Dienstag, 16. Mai 2017






FLOWER POWER








Frühlingslust und Blütenduft - das ist Mai in seiner schönsten Form







Donnerstag, 27. April 2017






ZÄRTLICHKEITEN





Schon seit ein paar Jahren macht sich in unserer Wiese (ich meine wirklich Wiese, die auch vom Bauern gemäht wird und nicht Gartenwiese) die Akelei breit. 




Ich bin ganz und gar erfreut darüber, denn - obwohl unsere Wiese noch relativ bunt ist, weil der Bauer nicht intensiv düngt und das Gras und die Blumen bis zum Verblühen stehen lässt - doch die Pflanzenvielfalt über die Jahre nachgelassen hat.




So wirkt die Akelei fast ein wenig exotisch zwischen den hübschen Frühlingsblühern. Ich finde Ihre Form auch gelinde gesagt spektakulär.




Sie ist total verschwenderisch, wenn ich sehe, wie viele Knospen an einem Stengel sind, sie entfaltet sich wahrhaft königlich, denn die Krone trägt sie erhobenen Hauptes.





Noch bevor sich die Blüte öffnet, ist sie schon selbstbewußt, aufrecht, bereit für die Welt und bereit, ihre Schönheit zu zeigen.





Ich bin richtig dankbar, vor zwei Jahren meinem Impuls gefolgt zu sein, die Kamera zu meinem Begleiter zu machen.

Meine Wahrnehmung konnte ich damit schulen und das Gefühl für die Schönheit in der Natur intensivieren.






Und Geduld lernen, mich mit einem Motiv länger zu beschäftigen, die unterschiedlichen Möglichkeiten, es in Szene zu setzen, aufzugreifen und eine Beziehung aufzubauen zu den kleinen Wesen und sei es nur für einen kurzen Augenblick.






Da entsteht plötzlich eine ganz besondere Liebe, zart und bedingungslos und das Wissen, verbunden zu sein mit allem Irdischen und allem Göttlichen






Sonntag, 23. April 2017






HINTERGRÜNDIGKEITEN


seit nun beinahe zwei Jahren bin ich mit der Kamera intensiver unterwegs. Sie ist fast ein wenig zu meinem Sprachrohr geworden, denn Bilder sind immer vielschichtiger als Worte und erreichen nicht nur die Sinne, sondern auch die tieferen Ebenen der Gefühle. Und sie können oft ausdrücken, was nicht zu beschreiben ist.




Ich habe sehr wenig Verständnis für all die technischen Begriffe und wenn jemand z.B. fragt, mit welchen Objektiven ich fotografiere, kann ich es gar nicht genau definieren. Irgendwie war es mir bisher zu wenig wichtig, mich damit näher zu befassen.




Ich erarbeite mir einfach Schritt für Schritt meine Kenntnisse und alles im Modus "learning by doing".




Meinen eigenen Stil zu finden, was mich als Fotografin ausmacht, das ist mein langfristiges Ziel und der Weg dahin läuft über Experimente, über try and error, über das Gefühl, das ich für Fotos entwickle, die ich in den Tiefen des www finde.




Wenn mich ein Bild besonders "packt", dann weiß ich, das ist meine Spur. Und dann geht es ans technische Umsetzen, ohne zu wissen, wie und mit welchen Bearbeitungen der Fotograf gearbeitet hat. 
Ein etwas langwieriges Verfahren, aber hin und wieder gelingt es mir, ein Ergebnis zu erzielen, mit dem ich zufrieden sein kann und um die technischen Schritte dazu in meiner "ich kann es"-Datenbank abzulegen.




Schon länger ist mir aber klar, dass ich mit meinen Bildern anregen möchte, die Dinge hinter den Dingen wahrnehmen zu lernen. 
Wir leben in einer Vordergründigkeit, die alles, was zwischen den Zeilen steht, was hinter der Bühne sichtbar ist, was jenseits der hörbaren Range liegt, ausblendet. Der Focus weltweit liegt im Außen, im Lauten, im Grellen, im Plakativen und vor allem im Negativen.




Wir sind doch aber von einer unermesslichen Schönheit umgeben, von einer Stille, die uns zu befreien vermag, von einer Vielschichtigkeit, die unsere Sinne in andere Welten entführt, von einer absoluten Wahrheit, die nichts mehr zweifeln lässt, von einer Intensität der Schöpfung, die uns unendliche Demut abringt.




Fairytale - die Geschichten hinter den Geschichten - geheimnisvoll, zwischen Erde und Himmel, zwischen Innen und Außen und doch verbunden mit unseren Träumen und unserer wirklichen Wirklichkeit


Diese Ebenen zu berühren und zu zeigen ist mein Weg der Bildsprache. Und das ständige Üben der technischen Voraussetzungen dazu ist meine persönliche Herausforderung. 




Donnerstag, 13. April 2017





FRÜHLING BRICHT DURCH 
ALLE SCHRANKEN





Wir haben erstes Drittel April und die Narzissen sind schon längst verblüht. 
Die Wiesen leuchten bunt, das Gras ist hoch, alle Blätter an den Bäumen sind schon da, außer die ganz späten wie Nuss und Ahorn




selbst die Duftveilchen verschwinden schön langsam, dafür zeigt der Waldmeister schon sein sattes Grün und die weißen Blütchen

Eigentlich gehört er zum Mai!

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich alles verschiebt und ich meine nicht, dass das nur die Wahrnehmung ist.

Zumindest hat der Frühling so schnell Fahrt aufgenommen wie nie zuvor. Durch meine Fotografie kann ich das sehr gut beobachten und anhand der Bilder des letzten Jahres vergleichen, wo wir denn jetzt stehen. Und Fakt ist, die Apfelblüte ist zwei Wochen früher.

 Ich glaube fast, wir können mit den altvertrauten Rahmenbedingungen unseres Lebens nicht mehr rechnen.





 Vielleicht ist es jetzt notwendig, uns an die Veränderungen anzupassen, die so rasend schnell sind, dass mitunter fast die Luft weg bleibt.

Exponentialkurve - irgendwann mal habe ich verstanden, dass jede Entwicklung nicht linear verläuft, sondern exponential. Also so wie Potenz. Da stecken wir mittendrin.




Ich weiß nicht wirklich, was uns hilft, da mitzuhalten, aber so langsam beginne ich zu begreifen, dass das Leben im Hier und Jetzt, selbst wenn es sich so esoterisch abgedroschen anhört, der Schlüssel dazu sein könnte.





So habe ich in den letzten Wochen wann immer es möglich war, Zeit draußen verbracht und mich dem Augenblick hingegeben. Ich und das Motiv und das Licht und der Moment. Da steht dann plötzlich alles still und es ist einerlei, ob jetzt Frühling, oder doch schon fast Sommer ist, ob es regnet und kalt ist, ob die Zeit dahin rast oder eine halbe Ewigkeit dauert.

Es ist einfach nur jetzt.





Nicht im Widerstand sein - ich kann mich erinnern, dass mich dieser Gedanke vor einigen Wochen schon mal beschäftigt hat. 
Jetzt wird mir allmählich klar, wie die Widerstandslosigkeit auch gelebt werden kann, und es fühlt sich total richtig und gut an.





So bleibe ich jetzt einfach mit mir, der sich verändernden Welt und dem Jetzt in Kontakt und nehme es an, so wie es ist










Donnerstag, 23. März 2017







Ich will mir selber ein Versprechen sein,
mich zu nähern meinem großen Wesen,
das sanft in meinem Herzen ruht.


Ich will ihm ein Versprechen sein,
aus all dem Gewesenen ein Bild zu flechten
mit den Tränen, mit dem Lachen und mit meinem Blut.


Ich will dem Leben ein Versprechen sein
In meinen farberdachten Seiten lesen
und ans Tageslicht zu gehen mit meinem ganzen Mut







Dienstag, 21. März 2017




FRÜHLING

es geht mir zu schnell. 

Vermutlich bin ich auch die einzige, die angesichts der warmen Temperaturen, der frischen grünen Wiesen und des Vogelgezwitschers so etwas von sich gibt.

Mittlerweile sind Krokusse und Schneeglöckchen verblüht, aus dem ersten Bärlauch ist schon Pesto geworden, in der Wachau blühen die Marillenbäume, unser Sohn ist in kurzen Hosen unterwegs und wenn es in diesem Tempo weitergeht, fängt die Badezeit bald an.

Also es geht mir zu schnell






 Der März war immer mein Eingewöhnungsmonat, nicht mehr Winter und kaum Frühling, es roch aber anders als vorher, das Licht wurde schärfer und kompakter und die Bauern wagten sich wieder auf die Felder.

Aber nur ein bisschen, um den brach liegenden Boden zu lockern, Nährstoffe einzubringen und mitunter die erste robuste Saat.





Zumindest kann ich mich an solche Märzzeiten erinnern, ein langsames Eintauchen in eine erwachende Natur, ein vorsichtiges Ahnen der Frühlingswinde und ein bisschen Sehnsucht nach Barfusslaufen und Eis am Stiel





Aber jetzt ist alles über Nacht da, bääämmmm und die Rasenmäher rattern und die Gartenmärkte quellen über, die Griller werden rausgestellt und die kurzen Hosen - wie gesagt.

Ein großer Run auf Sommermode und die Schokoeier 






Es geht einfach kaputt, die Einfühlbarkeit in die Qualitäten der Zeit. Vielleicht ist die Natur auch nur unser Spiegel, in den wir sehen und entdecken, dass wir immer unserer Zeit voraus sind, immer. 





So lege ich mich mit meiner Kamera in die Wiese,  auf Augenhöhe mit den Pflanzen und versuche, den Puls des Bodens zu fühlen und die Langsamkeit in den Knospen und das zaghafte Blühen und das vorsichtige Summen und das erwartungsvolle Aufwachen zu erahnen.

Ich mag dem allem so Zeit lassen und mir selbst.









Montag, 13. März 2017





NOCH TRÜGERISCH 
IST ES DRAUSSEN

Seit ein paar Tagen scheint die Sonne vom wolkenlosen Himmel, die Vögel sind schon mit Nestbau beschäftigt und die Katzen wälzen sich genüsslich auf der Terrasse und lassen sich ihren Pelz wärmen




Die ersten Frühlingsblütchen sind am Waldrand zu finden und vereinzelt sehe ich auch schon das Scharbockskraut blühen.

Eigentlich ein klares Zeichen, dass der Frühling sich schon seine Dominanz erobert hat.




Die Krokusse leuchten mit der Sonne um die Wette und trotzdem sind noch keine Bienchen zu sehen




Heute morgen war es mir auch klar, warum.

Auf dem Schulweg meiner Jüngsten ins tiefe Allgäu waren die  Wiesen voll Raureif und 
am Tacho sah ich die Aussentemperaturanzeige auf -2 stehen.

Wir haben erst Mitte März, immer noch Spätwinter und die Energien sind immer noch ein wenig verhalten, selbst wenn das laute dröhnende Leben draussen etwas anderes erzählen will.




Einfach noch ein wenig warten, es läuft uns nichts davon, selbst wenn wir es dauernd meinen.

Hineinwachsen in das Größere, das in uns wohnt, lehrt uns der späte Winter, der gleichzeitig ein früher Frühling ist.




Einfach an unseren Ufern sitzen, in die zarte Ruhe des neuen Morgens eintauchen, in den Spiegelbildern lesen und die Tage entstehen lassen




Sing noch nicht vom Frühling
wenn die kalten Winde wehn und der Reif
des Morgens die Täler überzieht

Stumm ist der Ruf des Vogels in den frühen Stunden
und  Stille liegt überm Land

Doch höre ihr zu -  vom leisen Ahnen der blütenschweren Tage und der
Sonnenflut mag sie  erzählen

Und vom Erwachen deines Liedes, das du in Dir singst in den tiefen Stunden der Nacht

Es reift und steigt auf wie silberhelle Perlen in Deinem Seelensee










Montag, 6. März 2017





IST ER SCHON DA
ODER DAUERT ES NOCH?


In keiner Jahreszeit findet so ein Hin und Her statt wie im Vorfrühling.

Noch am Wochenende hatte es sehr starken Föhn und Temperaturen bis fast 20 Grad. 

Auf der Terrasse und im Garten war schon viel ans Werkeln zu denken und zum Teil schon gemacht, das Sitzen an der Sonne hat gut getan und der Geruch in der Nase erzählte von Frühlingsdüften.



Und heute Morgen Schnee fast in Greifweite und 3 Grad Frühtemperatur




Das Licht des Tages hat sich schon ein großes Stück von der Nacht zurückerobert, sodass unsere Jüngste ganz verwirrt war, dass es schon sechs Uhr abends ist und doch total hell.

Die Energie des Winters ist irgendwie noch nicht richtig abgeschlossen, selbst wenn die Wiesen schon grün werden.

Es dauert, bis die langen Tage wieder vertraut sind, so wie wir uns vertraut machen dürfen, aus den langen und immer wiederkehrenden "Winterschlafen" aufzuwachen.




Es ist noch so viel hin und her in der Luft und etwas davon auch in uns.

Ich habe große Hochachtung vor den Schneeglöckchen, es sind die Blumen, die am meisten zwischen den Welten sich behaupten müssen.

Kaum sind sie da, deckt der Schnee sie wieder zu, mal können sie sich richtig über die Sonne freuen, spätestens ein paar Tage später zittern sie im Frost.

Sie sind so unendlich zart und doch von einer Zähigkeit, die ich mir gerne zu eigen machen möchte.




Ein wenig Winter und etwas Frühling tragen sie in ihrem Namen, in der Farbe die Erinnerung an das Kalte und Weiße doch ihre Form läutet das Helle, Warme, Bunte ein.





Sie erzählen vom Durchbruch aus der dunklen und kalten Erde ins Licht der wiederkehrenden Sonne, vom Kampf ums Überleben aber auch von der Verbindung zwischen der Wurzel und der Blüte.

Es ist zu schaffen, sagen sie, es braucht nur Mut und den unbeirrbaren Willen, hinauszuwachsen über die eigenen Hürden.




Unerschütterlich streben sie ihrer Bestimmung entgegen, ohne sich aufhalten zu lassen. Sie schenken uns Gewissheit, dass jede dunkle Zeit zu überstehen und Wiedergeburt möglich ist.




Ach ja, und dann dürfen sie sich auch noch gegen die Farbklekse, die laut und unübersehbar ihre Köpfe in die Luft strecken, durchsetzen.






Auf den ersten Blick übersieht man die kleinen Glöckchen gerne, zu strahlend und leuchtend sind die anderen Frühlingsblumen.

Wenn ich in den Strassen unterwegs bin, sehe ich das gleiche Bild. So viele Menschen vergraben ihre Gesichter in den traurigen Erinnerungen an das Ungeliebt- und nicht angenommen sein, in den Schmerzen der Einsamkeit und Kälte.

Und andere, die ihre Eitelkeiten offen mit sich tragen und versuchen, mit ihrem glänzenden Schein ein wenig Aufmerksamkeit zu bekommen für ihre leere Seele.





Doch nichts ist zu tun, als dem inneren Plan zu lauschen, die Schritte sich an ihm auszurichten und dann zu sein, wie wir jenseits aller Vorstellungen und Konzepte gedacht waren.





März heißt Samen säen, die genährt aus der Wurzelkraft irgendwann mal ihrer Entfaltung entgegen wachsen.